Sich zu zeigen braucht Mut, lohnt sich aber, auch auf der Website
Zeigst du dich auf deiner Website?

Zeigst du DICH auf deiner Website?

Überarbeiteter Artikel von 2017

Oder versteckst du dich?

Hast du in deiner Schulzeit gern Vorträge gehalten? Ich nicht. Ich habe das gehasst, so vor all den anderen zu stehen und etwas zu erzählen.

Alle haben mich angestarrt und ich stand im Mittelpunkt. Wenn du wie ich bist, dann war das für dich bestimmt auch eine Art Folter.

Als ich mich im 2001 selbstständig gemacht habe, habe ich auch die erste Website für mich selbst gemacht.

Darauf hättest du aber vergeblich etwas über mich als Person gesucht. Kein Foto, nicht mehr persönliches als in einem Lebenslauf. Schon das war mir eigentlich zu viel.

Auf meiner Website stand lang nur, dass ich als Webdesignerin tätig bin. Unter den Referenzen habe ich Kundenwebsites aufgeführt. Aber natürlich ohne Testimonials von meinen Kunden.

Denn ich war der Meinung, aufgrund dieser Fakten würden die Besucher erkennen, dass ich in meinem Fachgebiet sehr versiert bin und sie bei mir in guten Händen sind.

Das war ein grosser Irrtum!

Denn gerade meine Zielgruppe, die Einzel- und Kleinunternehmer, interessiert sich sehr für mich als Mensch. Meine Kunden arbeiten eng mit mir zusammen und wollen wissen, wie ich ticke, ob sie mit mir arbeiten können.

Natürlich spielt die fachliche Qualifikation auch eine Rolle, aber es gibt noch mehr ausgebildete Webdesigner. Einzigartig ist jedoch, dass ich neben diesen Fähigkeiten auch noch ein grosses Wissen rund um Tiere habe. Dieses Verständnis für die Arbeit von Tierunternehmer, in Kombination mit meinem Wissen rund um die Website, kann nur ich bieten. Ich kenne die Fachbegriffe und sehe die logischen Zusammenhänge und kann die Website so optimal umsetzen.

Ich musste mich also zeigen…..

2016 habe ich mich entschieden, in erster Linie mit Tierunternehmern zu arbeiten und mich auf meiner Website zu zeigen.

MICH und nicht meine Arbeit. Das ging nicht von jetzt auf gleich, denn es war für mich sehr schwer und hat mich vor manche Herausforderung gestellt. Der Weg aus meiner Komfortzone war hart und dauerte ziemlich lang und er ist noch nicht abgeschlossen. Wird er wohl auch nie sein.

Viele meiner Kunden stehen dort, wo ich vor 2 Jahren gestanden habe und auch sie fühlen sich nicht wohl bei dem Gedanken auf der Website so viel von sich zu zeigen. Deshalb bin ich dem Thema “Sichtbarkeit auf der Website” einmal nachgegangen.

Was bedeutet „sichtbar werden“ überhaupt?

Sichtbar werden kannst du auf verschiedene Weise. Ich unterscheide einmal ganz grob die berufliche und die persönliche Sichtbarkeit.

Berufliche Sichtbarkeit

Die fällt den Meisten von uns noch recht leicht, zumindest solange es nur darum geht, sich über Aus- und Weiterbildungen zu definieren. Mir auch. Erst als ich mich als Expertin in meinem Fachgebiet zeigen sollte, kamen die Zweifel.

  • Kann ich wirklich genug?
  • Müsste ich nicht eigentlich noch eine Ausbildung machen?
  • XY kann doch viel mehr als ich?

Da sind ein paar der Ängste, die du vermutlich auch kennst.

Diese Ängste zu überwinden, die uns davon abhalten selbstbewusst aufzutreten, vom eigenen Können überzeugt, ist nicht einfach.

Aber es lohnt sich, denn wie sollen deine Kunden von dir überzeugt sein, wenn du selbst es nicht bist?

Persönliche Sichtbarkeit

Jetzt wird es wirklich schwer. Zumindest für sehr viele, auch für mich.

  • Was soll ich von mir zeigen?
  • Interessiert das überhaupt jemanden?
  • Was ist privat und was persönlich?

Gerade der letzte Punkt ist für mich sehr wichtig. Denn ich unterscheide klar, was privat ist und demnach nicht in die Öffentlichkeit gehört und was persönlich ist und deshalb auf die Website muss.

Der wichtigste Tipp - Ecken und Kanten zeigen

Persönlich sichtbar zu werden, bedeutet zu zeigen, für welche Werte du stehst.

Ist dir zum Beispiel Tierschutz sehr wichtig? Artgerechte Haltung von Tieren oder ist dein wichtigstes Anliegen die Beziehung zwischen Menschen und Tieren? Hier darfst du richtig konkret werden, damit es nicht bei Werbephrasen bleibt, sondern genau deine Meinung widerspiegelt.

Zeigst du dich auf deiner Website?

Wenn du solche Dinge preisgibst, wirst du für die Menschen, die dich nicht kennen, greifbar. Sie können sehen, dass du zu ihnen passt. Oder auch nicht. Und auch das ist gut, denn vermutlich würdet ihr nie optimal zusammenarbeiten. Und du willst doch mit Kunden arbeiten, mit denen ihr beide die besten Ergebnisse erzielt. Oder?

Offline Sichtbarkeit – Online Sichtbarkeit

Ich habe mich gefragt, warum plötzlich alle darüber reden, dass du dich zeigen musst. Dass du authentisch sein musst. Warum ist das plötzlich so ein grosses Thema?

Weil es ein riesiger Unterschied ist, ob du dich persönlich mit einem Kunden oder Geschäftspartner triffst oder online.

Persönliche Treffen

Wenn du dich persönlich mit Menschen triffst, nimmst du sie ganz anders wahr. Du siehst sie selbst, hörst ihre Stimme, siehst wie sie sich benehmen, anziehen. Du siehst wie sie mit ihrem Hund oder Pferd umgehen.

So bekommst du unglaublich viele Informationen über diesen Menschen und kannst ihn (meist) viel besser einschätzen. Du siehst schneller, ob dir jemand liegt oder unsympathisch ist.

Die persönliche Ebene ist, bei aller Liebe zur Onlinewelt, schon noch einmal ganz eine Andere. Das zeigt sich auch an den vielen Barcamps und sonstigen Offlinetreffen der Onliner, die wie Pilze aus dem Boden schiessen.

Online Sichtbarkeit

Auf einer Website ist es viel einfacher, den Menschen etwas vorzumachen. Du kannst leicht eine “Teflonversion” von dir selbst zeigen. Allerdings was bringt es dir?

Teflon hat die Eigenschaft, das alles davon abgleitet und genau das möchtest du ja nicht. Du willst, dass deine Wunschkunden hängen bleiben und genau wissen, dass sie mit dir arbeiten wollen.

Und gerade für dich als Tierunternehmer hat das noch einmal eine viel wichtigere Bedeutung: Du willst nicht mit Menschen arbeiten, die ihre Tiere schlecht behandeln. Oder zumindest ganz andere Ansichten über Tierhaltung haben. Das geht auf die Dauer nicht gut.

Wie kannst du dich auf deiner Website zeigen?

Das ist ein sehr weites Feld, dass mehr als genug Material für viele Blogbeiträge liefert. Aber ich will hier ein paar Denkanstösse geben.

Fotos und Videos

Trau dich und zeig Fotos von dir auf deiner Website. Bereits auf der Startseite solltest du die Besucher “persönlich” abholen. Sie sollen dich sehen und eine Verbindung aufbauen können.

Das können Portätfotos, aber auch Fotos von dir im Stehen, Sitzen, bei der Arbeit sein. Ganz wichtig ist die gute Qualität der Bilder. Sie müssen scharf sein und du musst darauf natürlich wirken.

Viele Tipps zu rund um die Fotos auf deiner Website findest du im Artikel: Erfolgsfaktor Bildsprache.

Noch besser kennenlernen kann der Besucher dich in einem Video. Dort sieht er, wie du dich bewegst, deine Mimik und hört deine Stimme. Das schafft noch eine engere Verbindung als nur ein Foto. Allerdings ist die Hemmschwelle sich so vor die Kamera zu stellen und zu sprechen meist auch viel höher. Deshalb lieber ein paar gute Fotos, statt eines schlechten Videos.

Corporate Identity (CI)

Unter diesen Begriff fallen die Farben und Schriften, die du auf deiner Website verwendest. Und natürlich auch das Logo.

Welche Farben passen zu deinem Business? Unterstreichen sie die wichtigsten Aspekte? Hier lohnt es sich, sich vertieft mit der Farblehre zu befassen.

Auch die Schriften haben einen starken Einfluss darauf, wie du und deine Website wahrgenommen werden. Die Schriften müssen dir nicht nur gefallen, auch sie sollen die Botschaft deiner Website unterstützen.

Es ist schon schwer die Schriften und die Farben für die Website alleine auszuwählen, wenn man keine Erfahrung damit hat. Aber ein Logo selbst zu entwickeln, dürfte für uns Laien fast unmöglich sein. Denn ein Logo muss nicht nur zu dir und deinem Business passen, es muss auch wirken. Egal, ob es auf der Website ist, auf einem T-Shirt aufgedruckt ist oder auf einem Stempel.

Mehr Informationen rund ums Logo kannst du im Interview mit der Logodesignerin Petra Kress nachlesen.

Persönliche, emotional ansprechende Texte

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Texte, die deine Leser emotional ansprechen sollen. Die ihnen zeigen, dass du verstehst, was sie im Moment gerade für Probleme haben. Und, das Wichtigste, dass du ihnen eine Lösung anbieten kannst.

Nur wenn sich der Besucher abgeholt fühlt und verstanden, nur dann, kann er zu dir und deiner Arbeit Vertrauen aufbauen.

Weitere Tipps zu guten Texten findest du im Artikel: Du schreibst nicht gern? Warum du es trotzdem tun solltest.

Testimonials

Was gibt es, dass mehr Vertrauen erweckt als Kunden, die mit deiner Arbeit zufrieden sind? Deren Probleme du gelöst hast?

Aus diesem Grund sind Testimonials oder auch Referenzen von der Website nicht mehr wegzudenken. Mehr als alle Aus- und Weiterbildungen zeigen sie dem Besucher, dass du seine Probleme lösen kannst.

Sichtbarkeit hat viele Facetten

Du hast nun einen Überblick bekommen, wie du dich auf deiner Website zeigen kannst. 
Versuche nicht mit Gewalt alles umzusetzen, was ich vorgeschlagen habe. Geh in kleinen Schritten vorwärts, so dass du dich etwas unwohl fühlst. Aber nicht so, dass es dir den Boden unter den Füssen wegzieht. Gewisse Dinge brauchen Zeit, man kann sie nicht einfach erzwingen.

Unsichtbar? Katze unter Decke

Hoi, ich bin Claudia Barfuss

Ich arbeite mit Menschen zusammen, bei denen die Tiere im Mittelpunkt stehen und die sich eine Homepage wünschen, die sie bei der Kundengewinnung unterstützt.

Ich begleite sie durch den Dschungel von Technik, Inhalten und Design. Wir arbeiten gemeinsam an ihrer neuen Website, damit sie sich mit ihr rundum wohl fühlen und neue Kunden anziehen.

Mehr von mir findest du auf:

Claudia Barfuss mit Hund und Katzen

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