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Warum ich kein Baukastensystem für meine Website verwende

Wenn ich Offerten erstelle oder wenn ich für Interessenten einen Website-Check mache, sehe ich sehr oft Websites, die mit einem Baukastensystem erstellt wurden. Meistens sehe ich es auf den ersten Blick. Und spätestens nach einem Blick in den Code, kann ich auch feststellen welcher Anbieter ausgewählt wurde.

Das liegt daran, dass die Anzahl der Layouts zwar gross, aber begrenzt ist. Ausserdem ist es schwierig eine individuelle Website zu erstellen.

Was ist ein Baukastensystem zur Erstellung einer Website?

Wenn du mit einem Baukastensystem eine Website erstellst, musst du dir kaum Gedanken über die Technik machen. Und auch nicht über Updates, damit die Website sicher bleibt, das alles nimmt dir der Baukasten ab. Einer der bekanntesten Vertreter von Baukastensystemen ist sicher Jimdo. Davon hast du sicher schon gehört und etliche Websites gesehen, die damit gebaut wurden.

Ein Baukastensystem kann, gerade ganz am Anfang, einige Vorteile bieten:

  • Vorlagen (Templates) mit denen du die Website erstellen kannst.
  • Inhalte sind sehr einfach einzufügen.
  • Du brauchst keinerlei Kenntnisse über HTML oder CSS, die “Sprachen” der Website.
  • Updates, technische Aktualisierung deiner Website, werden von dem Baukastenhersteller erledigt.
  • Du brauchst keinen Hoster, denn das Hosting wird vom Anbieter übernommen.
  • Du bist sehr schnell mit deiner Website online.

Sieht man etwas genauer hin, haben die Baukastensysteme auch viele Nachteile:

  • Du hast keine Kontrolle über deine Daten. Du kannst nicht einfach eine Sicherung (Backup) machen. Wenn die Daten weg sind, sind sie weg.
  • Bei Gratis-Versionen, des Baukastensystems, wird Werbung eingeblendet und du hast meist keine eigene E-Mail-Adresse. Das wirkt dann sehr unprofessionell.
  • Sobald du weitere Wünsche hast, zum Beispiel ein Buchungssystem oder eine Landingpage integrieren willst, stösst du an die Grenze. Das geht dann nicht mehr.
  • Die Website ist nur begrenzt individualisierbar. Deshalb sehe ich meistens auch auf den ersten Blick, ob eine Homepage mit einem Baukastensystem erstellt wurde.
  • Wenn der Anbieter Konkurs geht oder sonst aus einem Grund den Betrieb einstellt, ist deine Website weg. Auch wenn es dir im Moment unwahrscheinlich vorkommt, es passiert immer wieder. Erst vor kurzem hat eine grosse Entlassungswelle bei Jimdo die Runde gemacht.

Mehr zu dem Thema kannst du auch bei Birgit Schultz nachlesen.

Du siehst ganz so einfach ist es nicht. Mich persönlich stört am Meisten, dass ich meine eigenen Daten nicht mit einem Backup sichern kann. Ich selbst arbeite mit dem Content Management System (CMS) WordPress. Wenn ich bei WordPress ein Backup habe, kann ich, sollte es meinen Hoster plötzlich nicht mehr geben, einfach zu einem anderen Hoster gehen und meine Website wieder hochladen. Das ist schon sehr angenehm zu wissen.

Es muss ja nicht mal sein, dass es den Anbieter nicht mehr gibt, es kann auch sein, dass er plötzlich die Regeln ändert und ich so nicht mehr mitmachen will.

Auch habe ich gelernt, dass sich das Leben manchmal sehr überraschend ändert und bin froh, dass ich meine Website sehr flexibel anpassen kann.

Was dir auch ein Baukastensystem nicht abnimmt

Wenn ich mit Interessenten oder Newsletterlesern, spreche fällt mir immer wieder auf, dass das grösste Thema für alle immer die Technik ist.

Das verblüfft mich immer wieder.

Es zeigt sehr spannend auf, dass wir immer von uns aus gehen und nicht vom Besucher unserer Website. Denn den interessiert in erster Linie, ob er auf der Website die Informationen bekommt die er sich wünscht.

Die Inhalte

Eigentlich dreht sich alles um die Inhalte:

  • Was ist für den Nutzer drin, wenn er meine Website besucht?
  • Wie kann ich mich zeigen?
  • Wie führe ich den Benutzer durch die Website?
  • Was soll er mitnehmen?

Das ist der Kern einer Website. Dafür wurde das Internet ursprünglich auch von Tim Berners-Lee geschaffen: Um Wissenschaftlern zu ermöglichen ihre Erkenntnisse auszutauschen.

Die Struktur

Diese Inhalte müssen dann in eine vernünftige Struktur gebracht werden. Du musst deinen Besucher bei der Hand nehmen und durch die Website führen. Denn mit deiner Website verfolgst du immer ein Ziel und damit dein Besucher den Weg dorthin, findet braucht er Wegweiser, deine Navigation.

Das Design

Erst danach kommt noch die Frage wie unterstütze ich mit meinem Design, den Farben, der Schrift und der Darstellung diese Inhalte.

Und wo bleibt die Technik?

Du siehst, die Technik spielt bisher gar keine Rolle. Erst jetzt, wenn es um die Umsetzung deines Konzepts geht, kommt die Technik ins Spiel.

Aber auch jetzt brauchst du kein Baukastensystem, noch nicht mal wenn du ein richtiger Technikmuffel bist. Ich muss allerdings zugeben, dass es mit dem CMS etwas länger dauert bis du loslegen kannst und es ist etwas komplizierter.

Mit einem Baukastensystem kannst du jetzt gleich loslegen und deine Seitenstruktur anlegen, sowie Texte und Bilder einfügen.

Mit einem Content Management System  (CMS) brauchst du etwas länger. Du musst erst dein CMS installieren (bei vielen Hostern geht das mit einem Klick) und dir ein Theme und verschiedene Plugins installieren.
Sobald du das gemacht hast, kannst du ebenfalls loslegen.

Fazit:

Meiner Meinung nach bist du mit einem Content Management System (CMS) wie WordPress viel besser bedient, als mit einem Baukastensystem. Denn mittlerweile kannst du mit WordPress (fast) so einfach eine Website einrichten wie mit einem der Baukastensysteme. Und dafür bist du damit für die Zukunft und alle weiteren Anforderungen bestens gerüstet und hast jederzeit die volle Kontrolle über deine Daten.

Da es immer wieder zu Fragen über den Unterschied von WordPress.org und WordPress.com kommt, werde ich mich im nächsten Artikel noch mit diesem Thema beschäftigen.

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