Shetty auf Podest

Einfach machen….. oder doch besser planen?

Als ich auf Twitter den Aufruf zu der Podcastparade von Kerstin Wemheuer gelesen habe, hat es bei mir gleich gefunkt. Und das hatte gleich mehrere Gründe.

Nicht nur, dass ich wie Kerstin erst kürzlich mit meinem Podcast gestartet bin, ich bin im Grunde meines Herzens eine Chaotin. Ich habe im Laufe meines Lebens aber gelernt, dass ich Struktur brauche, wenn ich etwas auf die Reihe bringen will.

Einfach machen

Wie ich bereits erzählt habe, bin ich kürzlich mit meinem Podcast gestartet. ABER bisher habe ich nur Pferdeunternehmerinnen interviewt, nie habe ich bisher eine ganze Folge alleine bestritten.

Und obwohl ich die Interviews mittlerweile sehr gern mache und keine Probleme mehr habe meine eigene Stimme zu hören, macht mich der Gedanke nun doch etwas nervös.

Sollte ich doch einen Rückzieher machen? Über was sollte ich so lange einen Monolog halten? Es ist ja nicht so, dass ich nicht gern rede 🙂 aber so ganz alleine vor einem Mikrofon ist dann doch noch etwas anderes.

Ich habe lange hin und her überlegt und plötzlich wusste ich, über was ich genau sprechen wollte. Jeh!

Deshalb habe ich mich kurz entschlossen hingesetzt und losgelegt.

Einfach machen? Ist das wirklich die richtige Lösung?

Für mich ist diese Frage nur mit einem klaren JEIN zu beantworten. Um ganz ehrlich zu sein, ich glaube nicht, dass „Einfach machen“ das Optimale ist. Es gibt Situationen, wo man springen muss und dann gibt’s nichts mehr zu planen, sondern es heisst ganz klar „Einfach machen“.

Aber auch hier ist es von Vorteil, wenn im Vorfeld bereits geplant wurde und eine gewisse Struktur vorhanden ist. Sonst springt man sehr schnell in eine äusserst ungemütliche Situation.

Damit das Ganze nicht mehr so theoretisch ist, ein Beispiel:

Als ich mit meinem Podcast starten wollte, habe ich das geplant. Ich habe mir ein Mikrofon gekauft, mir überlegt, wie ich das Interview durchführen will und vieles mehr.

Noch bevor mir aber klar war, was sonst noch alles dran hängt, bis ein Podcast auch wirklich ein Podcast ist und nicht bloss eine Audioaufnahme, habe ich mir meine erste Interviewpartnerin gesucht. Und auch auf Anhieb gefunden.

Deshalb habe ich mich entschieden, einfach zu machen. Ohne gross weiter zu planen und habe das Interview mit Skype und Camtasia aufgezeichnet. Wir mussten das Gespräch zweimal führen, denn beim ersten Mal hat mit der Technik nicht alles reibungslos funktioniert. War mir das peinlich, als ich fragen musste, ob sie bereit, wäre das Gespräch nochmals zu führen….

Dazu kam, dass ein Interview als Video eigentlich wenig Sinn macht. Wieso soll ich ein Video ansehen, indem einfach 2 Leute dasitzen und sprechen? Da macht ein Audio eindeutig mehr Sinn. Und so habe ich mich hingesetzt und in das Video noch Sequenzen aus dem Alltag der Pferdeunternehmerin reingeschnitten. Das hat mich unglaublich viel Zeit gekostet.

Aber immerhin ist so ein „echtes“ Video entstanden.

Diese Erfahrung hat mir einmal mehr gezeigt, dass ich mehr planen muss. Einfach machen ist schön und gut, aber mit vorheriger Planung sicher erfolgsversprechender.

Doch besser planen!

Deshalb habe ich mich entschlossen mein neustes Projekt, meine Facebook-Gruppe für tierische Einzelunternehmer, genau zu planen, bevor ich loslege und sie erstelle.

Und heute bin ich sehr froh darüber. Denn während der Planung hat sich einmal mehr gezeigt, was noch alles dranhängt. Da geht es nicht einfach darum, einen netten Namen zu finden und ein Gruppenfoto zu erstellen. Nein da ist viel mehr zu beachten, wenn die Gruppe auch einen wirklichen Nutzen bringen soll.

Ich habe mir ein Zeitfenster in meiner To-do-Liste geschaffen und mich dann in die Thematik eingelesen und auch den einen oder anderen Podcast gehört. Damit war natürlich noch nichts geplant. Hätte ich mir nicht noch professionelle Hilfe bei Claudia Kauscheder geholt, wäre ich trotz dieser Vorbereitung ziemlich chaotisch in das Abenteuer Facebook-Gruppe gestartet.

So konnte ich mit einer Checkliste alle wichtigen Punkte kontrollieren. Ausserdem habe ich den Start der Gruppe noch etwas hinausgeschoben, bis ich mir dafür genügend Zeit nehmen konnte. Deshalb hat die Gruppe auch erst am letzten Sonntag ihre Tore geöffnet. Denn in der Anfangszeit möchte ich sie doch sehr intensiv betreuen und das braucht einfach Zeit.

Ich habe obendrein festgestellt, dass dieser Weg für mich viel weniger stressig ist.

Für mich als Chaotin sind sinnvolle Strukturen ein MUSS

Wie bereits oben erwähnt, bin ich von Natur aus eher chaotisch. Ich koche zum Beispiel (fast) immer ohne Rezept, die Gewürze dosiere ich nach Gefühl und ich fahre gut damit, meistens. ABER ich koche auch Alltagsmenüs und keine aufwendigen mehrgängigen Gourmetmenüs. Sonst würde sich eine sorgfältige Planung sicher lohnen.

Als ich mit meinem Business gestartet bin, war das ein Sprung ins kalte Wasser. Denn durch den Konkurs meines Arbeitgebers musste ich viel früher in die Selbstständigkeit starten als geplant.

Ich arbeitete einfach weiter für Kunden, wie ich bisher für meinen Arbeitgeber gearbeitet hatte. Da ich während vieler Jahre das Glück hatte, mir keine neuen Kunden suchen zu müssen, funktionierte das auch nicht schlecht. Ich hatte meine Ausgaben im Blick und meine Einnahmen, aber das war auch schon alles.

Strukturen, Abläufe, die immer gleich waren, gab es nur sehr wenige.

Irgendwann begann ich zu begreifen, dass ich Strukturen schaffen muss. Dass ich viel Zeit und Energie sparen kann, wenn ich Abläufe definiere.

Ich habe begonnen nicht nur IN meinem Business zu arbeiten, sondern auch AN meinem Business. Das war und ist für mich immer noch eine Herausforderung, aber mittlerweile habe ich klare Strukturen geschaffen.

Trello ist für mich unverzichtbar geworden, die To-do-Liste hat mir nochmals mehr Freiheit gebracht und ohne meinen Redaktionsplan könnte ich nicht mehr sein. Auch meinen Kunden bringen die Strukturen viel, denn ich habe auch für sie Checklisten und weitere Hilfsmittel geschaffen. Gleichzeitig spare ich damit Zeit, denn ich muss nicht immer wieder das Gleiche erzählen.

Einfach machen hat auch bei mir seine Berechtigung, sonst hätte ich nicht an dieser Podcastparade teilgenommen. Und vermutlich noch lange nicht den Mut aufgebracht meinen „Monolog vor dem Mikrofon“ zu halten. Aber im Allgemeinen ziehe ich die Planung vor, denn erst die gibt mir die Freiheit, einfach zu machen, ohne, dass ich es nachher bereue.

Shetty auf Podest

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