Border Collie mit Ball

Welche Domain ist die richtige für Dich?

  • letztes Jahr

Vor Kurzem habe ich allen, die beim Pferdenetzwerk registriert sind, die Möglichkeit geboten, sich für einen Website-Check bei mir zu melden. Es gab 10 Plätze und die waren innert weniger Stunden belegt, ich bin immer noch ganz begeistert, wie gut das Angebot angenommen wurde.

Ich habe die Homepages unter die Lupe genommen und den Pferdeprofis Rückmeldung gegeben. Als Erstes habe ich mir dabei, natürlich, ihre Webadresse (Domain) angesehen. Denn die habe ich ja gleich zu Beginn in der Adresszeile des Browsers eingetippt. Dabei ist mir aufgefallen, dass fast alle eine Webadresse haben, die mit ihrer Tätigkeit zu tun hat. Obwohl alle Einzelunternehmer sind, gab es kaum jemand, der seinen eigenen Namen verwendet hat.

Warum? Ich habe das auch ein paar Mal angesprochen und immer die gleiche Antwort erhalten: Sie wollen gleich in der Webadresse zeigen, was sie machen.

Aber macht das Sinn? Tätigkeit gleich Webadresse?

Wenn man sich selbstständig macht, die eigenen Dienstleistungen anderen anbietet, ist das ein aufregender Schritt. Ich kann mich erinnern, dass ich viel Zeit damit verbracht habe, mir den richtigen Firmennamen auszudenken. Es sollte etwas sein, dass meine Tätigkeit beschrieb, gleichzeitig einzigartig und fantasievoll. Heraus kam damals web-ideen. Heute gibt es web-ideen nicht mehr.

Und dafür hatte ich gute Gründe, auf die ich gleich noch kommen werde.

So wie mir ergeht es vielen. Ich erlebe es immer wieder bei meinen Kundinnen. Ihnen ist eine sogenannte Keyword-Domain wichtig. Aber ist es wirklich immer das Beste, die Tätigkeit in den Domainnamen einzuschliessen? Bringt es auch Vorteile bei den Suchmaschinen, allen voran Google?

Namensdomain, Keyworddomain oder Fantasienamen?KLICK UM ZU TWEETEN

Keine nennenswerten Vorteile mehr für eine Keyword-Domain bei Google

Wenn Du eine Domain wie reitlehrerin.ch hast, kann das noch einen kleinen Vorteil bringen. Aber die Webadresse reitlehrerin-meier.ch verspielt diesen Vorteil schon wieder. Suchmaschinen wie Google bewerten solche Adressen nicht mehr besser als eine Fantasie- oder Namensdomain. Trotzdem kann eine solche Domain Sinn machen. Nämlich dann, wenn Du ausschliesslich als Reitlehrerin arbeitest und das gleich potenziellen Kunden kommunizieren willst.

Wenn nicht die Tätigkeit in den Domainnamen einfliessen soll, was dann?

  1. Die Namensdomain
    Für Selbstständige macht es Sinn den eigenen Namen als Domain zu verwenden. Den kennen die Leute meistens und suchen auch danach. Wenn man etwas Glück hat, ist er einzigartig und die Domain auch noch frei.
    Das grösste Plus: Man kann jederzeit sein Geschäftsfeld erweitern oder etwas ganz anderes anbieten und das immer noch unter der gleichen Webadresse. Aus diesem Grund habe ich mich letztes Jahr für diese Variante entschieden. Gut, ich gebe zu, nicht jeder hat einen so unverwechselbaren Namen wie ich, aber trotzdem ist diese Variante für Selbstständige wirklich interessant. Für mich war es auf jeden Fall die richtige Wahl, denn ich muss nicht mehr web-ideen und die Schreibweise erklären, sondern nur noch meinen Namen sagen. Den kennen die Leute und den merken sie sich auch gut. Allerdings ist so ein Namenswechsel nicht ohne und muss gut durchdacht werden! Es lohnt sich also, sich die Webadresse gut zu überlegen.
  2. Ein Fantasienamen als Webadresse
    Fantasienamen können eine ganz tolle Wahl sein. Sie sind einmalig und können zum Markennamen werden. Dabei sollte aber beachtet werden, dass die Namen nicht zu lang sind und gut klingen.

Fantasienamen können völlig bedeutungslos sein, wie Amazon oder Google. Sie erhalten ihre Bedeutung erst, wenn sie zur Marke werden. Oder sie können bereits im Namen darauf hinweisen, was angeboten wird, wie PicMonkey (ein Tool zur Bildbearbeitung) oder Chocri , hier geht es, ist doch logisch, um Schokolade.

Tipp: Wenn Du einen Fantasienamen mit einer Bedeutung wählst, solltest Du herausfinden, ob andere auch das Gleiche damit verbinden wie Du. Einfach Freunde und Bekannte fragen, was sie mit dem Namen verbinden.

Wenn Du so einen Namen findest, kann er ein echter Gewinn sein. Denn in den Suchergebnissen wird häufiger auf einen Namen geklickt, bei dem man vermuten kann, was dahinter steckt, als auf einen reinen Fantasienamen. Der Nachteil soll hier auch nicht verschwiegen werden, Du hast wiederum Probleme, wenn Du Dein Geschäftsfeld vergrössern oder komplett verändern willst.

Nicht vergessen solltest Du allerdings, genau zu recherchieren, ob diese Namen schon von jemandem als Markennamen geschützt sind.

6 Tipps bei der Wahl des Domainnamens

Neben diesen grundsätzlichen Überlegungen gibt es auch sonst noch einiges zu beachten:

  1. Bindestriche haben eine Besonderheit: Es gibt immer zwei Schreibweisen und deshalb musst Du beide Domains registrieren. Um bei meinem Beispiel zu bleiben, bei web-ideen.ch, musste ich diese Domain registrieren und auch webideen.ch. Sonst riskierst Du, dass jemand die andere Domain kauft und Dir damit Konkurrenz macht.
  2. Umlaute sind ein Spezialfall: Eine Umlautdomain lautet beispielsweise sattelbörse.ch. Du kannst die Domain so registrieren und meist wird sie auch korrekt angezeigt. Aber leider nicht immer. Besonders, wenn der Link geteilt wird, kommt manchmal der sogenannte Punycode ins Spiel, der für grosse Verwirrung sorgt. Es heisst dann xn--sattelbrse-kcb.ch. Das wirkt unseriös. Auch sonst können mit Umlautdomains etliche Probleme auftreten. Wenn Du eine Umlautdomain verwenden möchtest, rate ich Dir dringend sie zwar zu registrieren, aber die Variante sattelboerse.ch zu verwenden.
  3. Zahlen können verwirren: Wenn Du Deine Domain ausbilderin4horse.ch nennst und diese einem Gesprächspartner gegenüber erwähnst, wird sofort die Frage kommen: Wird die Zahl ausgeschrieben oder als Zahl verwendet? Du siehst das kann problematisch sein. Hinzukommt, dass wir uns daran gewöhnt haben, dass Domains mit Zahlen, xyz24.ch oft nicht besonders seriöse Angebote haben. Deshalb würde ich Zahlen, wann immer möglich, weglassen.
  4. Einprägsam: Jeder sollte sich die Webadresse gut merken können. Kurz und knackig ist immer gut. Oder eben wirklich einprägsam wie bei einer Namensdomain. Der Name ist meist bekannt und bleibt in Erinnerung.
  5. Die Domain soll auch beim laut Aussprechen noch gut klingen: Wenn ich jemandem die Domain angebe, wird aus einem Bindestrich schnell ein Minus und das kann dann merkwürdige Kombinationen ergeben.
  6. Jeder sollte wissen, wie man die Domain schreibt: Verwende deutsche Wörter oder englische, von denen jeder weiss, wie man sie schreibt.

Achtung Stolperfallen!

Bei aller Sorgfalt passiert es trotzdem immer wieder, dass Domains gewählt werden, die danach Probleme bereiten.

Einige solcher Beispiele habe ich für Dich zusammengetragen.

http://teacherstalk.co.uk/ – Hier geht es nicht etwa darum Lehrer zu verfolgen, sondern es ist eine Website für Lehrer in England.

Itscrap.com – Eine weitere englischsprachige Problemdomain, denn Scrap=Abfall und das wollten die Unternehmer ja wohl nicht aussagen. Immerhin geht es um eine IT-Firma und nicht um Müllentsorgung. UPDATE 2018 - Diese Website gibt es nicht mehr.

http://www.ars.ch – Als Schweizer sind wir offensichtlich benachteiligt. Denn auch diese Domain wird durch ihre Endung zerstört. Eigentlich handelt es sich hier um eine Seite für die Suche nach Ärzten! 

https://www.ass-team.net – Hier wurde munter abgekürzt von  Athletic Sport Sponsoring zu ASS, ohne über die englische Bedeutung dieses Wortes nachzudenken.

https://www.bundeswehr-karriere.de – Wenn man das laut ausspricht, heisst es: Bundeswehr minus Karriere und das wollte die Bundeswehr dann wohl doch nicht.

Die Domain https://www.polizei-beratung.de gibt es allerdings noch.

Und hier noch ein positives Beispiel:

https://www.frischergehts.net – Hier einmal eine gelungene Verbindung einer Domain mit der Endung.

Du siehst, es lohnt sich, für die Suche nach der richtigen Domain Zeit zu investieren, im Freundeskreis rumzufragen und gegebenenfalls eine Markenrecherche durchzuführen.

Wie stark auch die von Dir gewählte Endung Deiner Webadresse einen Einfluss hat, zeigen obige Beispiele. Deshalb geht es im nächsten Artikel dann noch um die Endungen für Deine Webadresse und Du erfährst, wo Du sie kaufen und registrieren lassen kannst.

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